Hamburg Hauptbahnhof 1974

Open City Hamburg?

Migration in der Stadt erzählen und sichtbar machen

Hamburg gilt gemeinhin als „Tor zur Welt“ und migrantisch geprägte Hafenstadt. Sie ist Ausgangspunkt, Zwischenstation, Ziel- und Sehnsuchtsort von Menschen in Bewegung. Tatsächlich ist Migration im städtischen Alltag allgegenwärtig. Dies beeinflusst auch, wie Historiker:innen auf Migrationsphänomene nach 1945 blicken. Deutschland erscheint dabei vor allem als Einwanderungsland. Besonders wichtig und noch zu wenig gehört sind die Stimmen derjenigen, die gekommen und dauerhaft oder zwischenzeitlich geblieben sind – so auch nach und in Hamburg.

20 Hamburger:innen kommen hier zu Wort. Ihre lebensgeschichtlichen Interviews – die mehr als 50 Stunden umfassen und 22 Länder erwähnen –, bereichern neuerdings die Werkstatt der Erinnerung. Sie wurden größtenteils 2023 im Oral History-Projekt "Open City Hamburg? Migration in der Stadt erzählen und sichtbar machen" geführt, das von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke im Rahmen der Landesinnovationsförderung „Science für Society“ finanziert wurde. Konzipiert war es als Citizen Science, in der jede:r mitmachen konnte, der oder die über einen Migrationsbezug verfügt und in oder um Hamburg lebt. Das Ziel war, gemeinsam ein Quellenfundament für Forschungen über das Nach-Hamburg-Kommen zu schaffen, das nicht auf Gruppenzuschreibungen oder Stereotypen basiert, sondern unterschiedlichste Facetten, subjektive Erfahrungen und komplexe Lebenswege ernst nimmt und über die Zweiteilung aus Ein- und Auswanderung hinausgeht.

Zusätzlich werden Ausschnitte aus zwei weiteren Interviews präsentiert: Das eine ist im Hauptseminar "Zeitgeschichte als 'Problemgeschichte der Gegenwart'? Hamburg als Migrationsort in Geschichte und (mündlicher) Erinnerung" im Wintersemester 2022/2023 an der Universität Hamburg entstanden. Das andere wurde im Sommer 2023 von Natalia Otrishchenko vom Lviv Center for Urban History in einem Kooperationsprojekt unterstützt von der Körber-Stiftung geführt.

In der Summe ergeben die Erzählungen ein vielstimmiges Mosaik, das dazu einlädt, (weiter) über Migrationsgeschichte in Hamburg nachzudenken.

 

Hamburger Migrationsgeschichte(n)

Alle Interviewten kamen zwischen 1970 und 2022 aus diversen Gründen und auf unterschiedlichsten Wegen nach Hamburg. Dies bedingte, wie sich ihr Ankommen in Deutschland und Hamburg gestaltete und wie sie rückblickend darüber erzählen. Einige ihrer Erlebnisse und Deutungen sind hier zu hören.

 

Bei den Namen handelt es sich teilweise um Pseudonyme.

Die Interviews

Judith Leser: Transatlantikpassagen zwischen Brasilien, Israel, den USA und Hamburg

Interview

Susan Amirbeigiarab: (Nicht) Zuhause sein in Iran und Deutschland

Interview

Ecie Linasari: Als Au-Pair aus Indonesien nach Hamburg

Interview

Alina Harahata: Doppelte Fluchterfahrung in und aus der Ukraine

Interview

Abdul Khaliq Khaliqi: Von Kabul nach Hamburg in fünf Jahren über sechs Länder

Interview

Frank Golczewski: Osteuropäische Geschichte(n)

Interview

Martine Becker: Zwei Sprachen, ein französischer Pass

Interview

Blagovest Fidoshev: Karrierechancen außerhalb Bulgariens

Interview

Recep Ulaş Cüre: Als Kind türkischer Oppositioneller in Hamburg

Interview

Elena Petrova: Europäische Mobilität zwischen Bulgarien und Hamburg

Interview

Dyah Narang-Huth: Deutsch-indonesische Beziehungen

Interview

Claudia Siregar: Aus Hamburg in die Welt und wieder zurück

Interview

Chirin Saghir: Fremd- und Selbstbestimmung in Syrien und Hamburg

Interview

Betül Can: Deutsch- und Türkischsein in der zweiten Generation

Interview

Edyta Stock-Glienke: Der Liebe wegen aus Polen nach Hamburg

Interview

Lima Sayed: Afghanische Ambivalenzen

Interview

Aylin Keleş: Selbstverständnisse und Rassismuserfahrungen

Interview

Baran Soleimani: Über iranische Geschichte und die Welt nachdenken

Interview

Natalia Sharova: Per Greencard aus Russland nach Hamburg

Interview

Mansoor Sharif: Mit Marx in Pakistan, der Ukraine und Hamburg

Interview

 

Abbildungsnachweise

Titelbild: Hamburger Hauptbahnhof, 19. Juni 1974, Bundesarchiv, B145 Bild-F043249-0034, Fotograf: Ulrich Wienke.

Foto 1-10, 12, 14-16, 19 : Privatbesitz

Foto 11: "Ich bin bunt", Dyah Narang-Huth, 170x48 cm, 1998-2023 (Ausschnitt).

Foto 13, 17: Werkstatt der Erinnerung

Foto 18: Elbstrand in Hamburg, 7.9.2010, Wikimedia Commons, Fotograf: optische_taeuschung (Ausschnitt).

Foto 20: Karl-Marx-Büste, Stiftung Historische Museen Hamburg, Fotografin: Elke Schneider.

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