Die Konferenz untersucht, wie Gewalt seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart öffentlich als ein zutiefst geschlechtsspezifisches Phänomen dargestellt wurde. Einzelne Beiträge zeichnen Narrative von Aggression und Vulnerabilität in den Bereichen (populärer) Medien, Recht und Politik nach. Die Konferenz geht davon aus, dass diese Narrative selbst politische Entscheidungsprozesse beeinflusst haben und weiterhin gesellschaftliche Realitäten auf ambivalente Weise prägen. Öffentliche Diskurse über Gewalt stellen Geschlechterhierarchien sowohl infrage als auch festigen sie. Ziel ist es, ein differenzierteres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Geschlechterhierarchien mit der oft ambivalenten öffentlichen Wahrnehmung bestimmter Verhaltensweisen als gewalttätig oder nicht gewalttätig verflochten sind.
Um eine gemeinsame Agenda zu entwickeln, haben die Organisator:innen und Expert:innen für europäische und nordamerikanische Geschichte sowie Wissenschaftler:innen mit globaler Perspektive eingeladen, ihre Arbeiten auszutauschen. Sieben einzelne Panels bringen Perspektiven auf intime, institutionelle (bzw. institutionalisierte) und kriegsbezogene Gewalt zusammen sowie auf rechtliche Initiativen und Aktivismus gegen bestimmte Formen von Gewalt.
Eine Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut in Rom, LWL (Institut für westfälische Regionalgeschichte), German Historical Institute Washington und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.
Daniel Gerster nahm für die FZH an der Konferenz teil.