Konferenz

Aufbrüche: Geschichte der Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert
Konferenz am 10. und 11. Oktober 2019 in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)
Beim Schlump 83, 20144 Hamburg, Veranstaltungsraum 2/023

Veranstaltet von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (Kirsten Heinsohn), der Universität Hamburg (Angelika Schaser) und dem Arbeitskreis für Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V.

Die wechselvolle Geschichte der verschiedenen Frauenbewegungen des 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt dieser Tagung. Nur Teile dieser Geschichte sind bisher erforscht und nur selten werden die unterschiedlichen Bewegungen, ihre Strategien und ihre Errungenschaften miteinander verglichen. Stattdessen dominieren einzelne nationale oder regionale Erzählungen, die sich oft auch an den Daten der traditionellen politischen Geschichtsschreibung orientieren, etwa zuletzt an den europäischen Ereignissen von 1968 oder auch 1918. Innerhalb dieses Rahmens wird aus der Geschichte der Frauenbewegungen dann vor allem eine Additionserzählung zum politischen Geschehen: Frauen waren auch dabei! Demgegenüber möchte die Tagung einen Impuls setzen und die Eigen-Geschichte der Frauenbewegungen in Europa, vor allem für die Zeit nach 1945, sowie den von ihnen angeregten Wandel genauer in den Blick zu nehmen.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Platzkapazität bitten wir um Anmeldungen bis spätestens zum 27. September 2019 per Mail bei Joana Betke (betke@zeitgeschichte-hamburg.de).

Programm

Donnerstag, 10. Oktober 2019
15.30 Uhr Mitgliederversammlung AKHFG

18.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
Dr. Imke Schmincke (München): „Das Private bleibt politisch!“ (Körper)Politik im Wandel von der zweiten zur dritten Welle des Feminismus                    

Freitag, 11. Oktober 2019
9.00 Uhr Angelika Schaser (Hamburg); Kirsten Heinsohn (Hamburg): Begrüßung        

9.15 – 10.45 Uhr Kontinuitäten – Brüche – Rezeptionen

Magdalena Gehring (Frankfurt/ Main): Frauen gemeinsam sind stark – Die Rezeption der US-amerikanischen Frauenbewegung in der zweiten Welle der deutschen Frauenbewegung 

Sina Speit (Erfurt): „Ja, ich werde scheinbar berühmt“ – Hilde Radusch (1903-1994) als Gesprächspartnerin, Portraitierte und Netzwerkerin in der West-Berliner Frauenbewegungsszene

Hannah Rentschler (Hamburg): Invention of Tradition? Die Arbeitsgemeinschaft Hamburger Frauenorganisationen und der Stadtbund Hamburgischer Frauenvereine

Diskussion: Kerstin Wolff (Kassel)

10.45 – 11.15 Uhr Pause

11.15 – 12.45 Uhr Ost- und Westdeutsche Frauenbewegungen

Grit Bühler (Erfurt): Die Anfänge des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) nach 1945

Lea Börgerding (Berlin): Schauplatz des Kalten Krieges? Kooperationen und Konflikte zwischen ost- und westdeutschen Frauengruppen im Internationalen Jahr der Frau (1975)

Jessica Bock (Berlin): 1968–1989. Die Eigen-Geschichte der ost-und westdeutschen Frauenbewegung im Vergleich

Diskussion: Yvonne Robel (Hamburg)

12.45 – 14.00 Uhr Pause

14.00 –15.30 Uhr Feminismus international

Denise Lehner-Renken (Göttingen): „A New Ground of Struggle“. Kulturelle Deutungsmuster und soziale Praktiken in der Debatte um einen „Lohn-für Hausarbeit“ in der autonomen Frauenbewegung der Bundesrepublik in den 1970er Jahren

Isabel Heinemann (Münster): Frauen und ihre Körper: Reproduktives Entscheiden in den Ratgebern der US-amerikanischen und westdeutschen Frauengesundheitsbewegungen

Vojin Saša Vukadinović (Berlin): Riot Grrrl in Großbritannien. Der letzte feministische Aufbruch des 20. Jahrhunderts als kulturelle Revolution und generationelle Erfahrung

Diskussion: Ute Gerhard (Frankfurt/ Main)

15.30 – 16.00 Uhr Pause

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussdiskussion
Angelika Schaser, Kirsten Heinsohn

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