Abgeschlossene Projekte

Der Umgang mit NS-Eigentum nach 1945

Bearbeitung: PD Dr. Frank Bajohr

Unmittelbar nach der bedingungslosen Kapitulation des „Dritten Reiches“ beschlagnahmten die Alliierten das Vermögen der NSDAP, ihrer Nebenorganisationen sowie den Privatbesitz zehntausender Nationalsozialisten. Mit deren Verwaltung wurden neu eingerichtete Landesämter für Vermögenskontrolle betraut. Während diese das Privatvermögen ehemaliger Nationalsozialisten nach Abschluss der Entnazifizierung in erheblichem Umfang wieder an die „Ehemaligen“ zurückgaben, wurde das Vermögen von NS-Organisationen in einem jahrelangen, komplexen Verfahren auf Bund, Länder, Kommunen, gesellschaftliche Vereinigungen und Organisationen aufgeteilt. Dieser Vermögenstransfer, der quantitativ einen gewaltigen Umfang annahm, ist bislang noch nicht geschichtswissenschaftlich untersucht worden und soll in einem noch in der Konzeptionsphase befindlichen Projekt am Beispiel Hamburgs und der britischen Zone nachgezeichnet werden. Dabei soll für Hamburg eine materielle Gesamtbilanz der NS-Herrschaft, ihrer Verlierer und Nutznießer vorgelegt werden. Zudem soll am Beispiel des Vermögenstransfers analysiert werden, wie und nach welchen Kriterien das NS-Herrschaftssystem, das oft weder eine klare Trennung von Staats- und Parteiorganisationen noch von Reichs- und Regionalinstitutionen kannte, in ein föderales, demokratisches Gemeinwesen umgewandelt wurde.
Eine erste Ideenskizze des Projekts wurde auf einer Arbeitstagung der FZH im März 2011 vorgestellt und diskutiert. Außerdem wurden zur Vorbereitung eines Antrages an eine wissenschaftsfördernde Einrichtung umfangreiche Quellenrecherchen im Bestand des ehemaligen Hamburger Landesamtes für Vermögenskontrolle durchgeführt.
 

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